In der Presse
Wellness aus dem Rechner
Naturtöne live ins Internet: Gestern Start
Daniel Lathan ist ein Visionär des Hörens. Der 30-jährige Jungunternehmer und Hochschuldozent macht die gleichzeitig beruhigende und belebende Wirkung von Naturtönen per Mausclick zugänglich. Das geschieht über „Konserven“ und per Live-Übertragung. Gestern ging das Naturkonzert von einem kleinen Bach bei Triberg erstmals auf Sendung.
Furtwangen – Die Idee kam Lathan vor einigen Jahren bei einem Wellness-Besuch. Statt standardisierter Kunstklänge könnte man in Wellness-Bereiche, Betriebe oder auf den privaten Rechner doch das Plätschern eines Waldbachs oder Vogelgezwitscher live übertragen. Bei der Umsetzung tat er sich mit der Hochschule zusammen. Im Fachbereich Product Engineering wurde unter den Fittichen von Professor Hans-Jochen Hage ein Studienprojekt installiert, in dem sich – in semesterweise wechselnder Besetzung – jeweils vier bis sechs Studenten um die sechs Wochenstunden mit der Verbreitung von Naturtönen beschäftigen.
„Die Naturtöne wirken belebend und helfen kreativ zu arbeiten. Sie entspannen, machen aufnahmefähig und helfen konzentriert zu arbeiten“, sagt Lathan und bezieht sich dabei auf Tests, die der Konstanzer Arzt Kurt Mosetter mit Kindern und Eltern veranstaltet hat.
Im Hören sieht Lathan einen einerseits vernachlässigten und andererseits überfrachteten Bereich der Sinnesorgane. Immerhin sei das Ohr sensibler, schneller, genauer, leistungsfähiger und weniger täuschungsanfällig als das Auge. Im krassen Gegensatz zu diesen Referenzdaten dann die Anforderungen an unseren Hörsinn: Beschallung mit Tonträgern voller permanenter Wiederholung und Überladung mit Konserven aus der Musikindustrie heißen die Stress verursachenden Symptome, gegen die die Internetplattform sonami zu Felde zieht.
Doch vor der akustischen Gesundung steht die technische Umsetzung. Hier ist Lathan ein „Besessener“ im guten Sinn. Die meisten Mittel des Projektes, das mit Glück in zwei, drei Jahren Gewinn erzielen soll, gingen in die technische Ausstattung. Schier endlos kann er deshalb über die Feinheiten in der Auswahl der Mikrofone referieren. Allein die Frage, ob parallele Anordnung der beiden Mikrofone am Bach (wie umgesetzt) oder „Kunstkopf“- Aufnahmen war Gegenstand eines von den Studenten konzipierten und bereits angewendeten Fragebogens.
Und da war dann noch die Platzierung. Nicht allzu zugänglich sollte das „Waldstudio“ sein, abseits von Straßen- und Landwirtschaftslärm gelegen und überdies in Reichweite eines festen Unterstands. Letztgenannte Anforderung erklärt sich aus der Situation vor Ort. Die beiden rund meterhohen Mikrofonkasten, entworfen und gestaltetet von PE-Studenten, stehen in etwa acht Meter Abstand. Über ein 250 Meter langes Kabel werden die Töne zu einem Rechner geführt, der in einem Hüttchen steht und die Signale wiederum an einen Astra-Satelliten sendet.
Auf die Natur hören und so neugierig machen auf „direkte“ Naturerlebnisse: Das bezweckt der Missionar der sanften Töne. Durch die Überraschungsmomente und durch die jahreszeitlichen Modulationen böten die Live-Töne einen unschätzbaren Vorteil gegenüber Naturton-Konserven. Im nächsten Jahr möchte der „Wahl-Schönwalder“ mit Wohnsitz in Schönwald eine Stiftung ins Leben rufen, die einen fixen Prozentsatz des Gewinns Naturprojekten zur Verfügung stellen will. Die Chancen, diesen Punkt zu erreichen, sind da: Noch dieses Jahr erfolgt eine Testinstallation in einem Hotel. Zudem besteht ein intensiver Austausch mit dem weltgrößten Spa-Planungsbüro für Luxushotels.
Die Schwarzwald-Töne stehen dann vielleicht erst am Anfang eines weltumspannenden Projektes. Eine Art „Google-Earth für die Ohren“, Hörstationen in aller Welt, heißt die Akustik-Vision Lathans. Dazu wünscht er sich für seine Mikrofone als nächstes einen Standort irgendwo am Meer.
sonami
Sound, nature und mind: zu Deutsch Geräusch, Natur und Bewusstsein. Aus diesen Wörtern setzt sich der Namen der in Liechtenstein angesiedelten Firma sonami zusammen. Gründer ist der 30-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur Daniel Lathan. Der Absolvent der Hochschule Furtwangen hat sich auf die Aufnahme, Übertragung und Bereitstellung von Naturtönen spezialisiert.
Im Internet unter: www.sonami.li
Quelle: Wursthorn, Jens: Wellness aus dem Rechner. In: Südkurier, Nr. 289 vom 14. Dezember 2007, S. 22.
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